Präanalytische Maßnahmen

Die Präanalytik umfasst die Primärprobengewinnung, Probenannahmebedingungen, Probenidentifikation, sowie die Überprüfung der angeforderten Untersuchungsaufträge. Dadurch soll sichergestellt werden, dass das Untersuchungsmaterial in optimaler Weise für die angeforderte Untersuchung aufbereitet wird. Der Gesamtprozess unterliegt in allen Verfahren und Abläufen der Qualitätssicherung.

Da präanalytische Probleme unter Umständen sehr schwerwiegende Konsequenzen für die Analytik und die Befundinterpretation haben können, bitten wir um die Beachtung folgender notwendiger Kriterien:

  • Korrekte Beschriftung der Proben (Probenröhrchen) mit wasserfesten Filzstift Vor- und Zunamen sowie Geburtdatum und Geschlecht in eindeutiger Weise oder Barcode-Etiketten mit eindeutiger Auftragsnummer (Nicht allein die Schutzhülle beschriften, wenn, dann nur zusätzlich). Bitte beachten: Nach den Richtlinien der zuständigen Fachgesellschaften und unseres QM-Systems müssen unbeschriftete Materialien verworfen werden. (Ein Kriterienkatalog für Annahme oder Nichtannahme einer Probe regelt nach Eingang der Probe im Labor deren Eignung für die angeforderten Untersuchungen. Bei Eingang von falschem oder unzureichendem Probenmaterial oder mangelhafter Beschriftung erfolgt Rücksprache mit dem Einsender. Sollte dann keine schnelle Klärung möglich sein, muss das eingesandte Material verworfen werden)
  • Die Heparin-Proben dürfen auf keinen Fall eingefroren werden!
  • Untersuchungsauftrag eindeutig auf einem Überweisungs-speziellen Anforderungs- oder Begleitschein vermerken mit Entnahmedatum- und Zeitpunkt (Unsere speziellen Analyseaufträge verwenden).
  • Probennahme und Probenmaterial: Für die zytogenetische Diagnostik werden 5-10 ml Heparinblut (bei Säuglingen 0,5-1,0 ml)(Monovetten mit Lithium- oder Natrium-Heparin) bei den Patienten und Ratsuchenden entnommen. Für eine geplante molekulargenetische Diagnostik eines Erwachsenen werden 2-5 ml EDTA-Blutproben benötigt; von Säuglingen werden 0,5-1 ml Blut entnommen.
  • Weitere Probenarten sind:
Chorionzotten (10-30 mg) steril entnommen in Transportmedium (kann von uns bezogen werden)
Fruchtwasser (15-20ml) steril entnommen (Zellen für Zellkulturen z.B. aus Amnion- Flüssigkeit).
Gewebe (Haut, Nabelschnurmaterial oder Abortmaterial je 10-30 mg) in Transportmedium (kann von uns bezogen werden)
Knochenmark (5-10ml Heparinknochenmark)
Mundschleimhaut-Abstriche auf sterilen Watte-Stäbchen
Für das Ansetzen von lymphoblastoider Zellkulturen 5 ml Heparinblut zu entnehmen

Probentransport

Generell gilt: Für zytogenetische Analysen (Chorionzotten, Fruchtwasser, Gewebe, Knochenmark) sollte der Versand nicht länger als 1-2 Tage betragen.

Der ungekühlte Transport oder Versand von Proben für die Molekulargenetik sollte innerhalb von 2 Wochen abgeschlossen sein.

Für die Indikationen im Leistungsverzeichnis des Prüflabors erfolgt die Diagnostik in der Abteilung Molekulargenetik des Instituts für Medizinische Genetik bzw. des Instituts für Humangenetik. Probenmaterial, das in der Charité entnommen wird, wird innerhalb von Stunden per Boten bzw. Fahrdienst an die entsprechenden Abteilungen weitergeleitet.

Für auswärtige molekulargenetische Diagnostik werden EDTA-Blutproben an die jeweiligen Institute/Praxen deutschlandweit bzw. weltweit per Post/Kurier weitergeleitet.

Die Proben für die zytogenetische Diagnostik sollten sofort, spätestens innerhalb von 24 Stunden im Labor sein.

Für die molekulargenetische Diagnostik muss eine Blutprobe innerhalb weniger Tage (maximal 14) im Labor sein.

Nach Überprüfung des Untersuchungsauftrages werden die Art der Untersuchung und das geeignete Verfahren festgelegt. Eilige und mündlich oder telefonisch nachgeforderte Untersuchungsaufträge werden besonders gekennzeichnet und dokumentiert.

Die Proben werden, sofern möglich, über eine festgelegte Zeitspanne unter Bedingungen aufbewahrt, die eine Wiederholung von Untersuchungen oder die Durchführung zusätzlicher Untersuchungen ermöglicht.